Alt aber Sexy

Sind „Alte“ Nikkore reine Vitrinenobjekte oder taugen diese einstigen Meisterstücke japanischer Feinmechanik für ein zweites Leben an modernen DSLR Kameras ?

Selbstverständlich , warum sollten gerade die damals hochpreisigen Profi-objektive bei entsprechender Pflege an Abbildeleistung verlieren ?

Denn auch in den 70er , 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts war man in der Lage erstklassige Aufnahmen auf den analogen Kleinbildkameras zu produzieren. Und es ist völliger Unsinn das nur die neusten Objektive Garant für hochwertige Fotos sind.

Nikon Fotografen haben den Vorteil das diese Altgläser ausnahmslos an einer ganzen Reihe von digitalen DSLR‘s ohne Adapter genutzt werden können, wenn man einige wenige Besonderheiten kennt und beachtet. Technisch verwendet Nikon seit 1959 das Nikon F-Bajonett so das auch grundsätzlich alte Nikkore problemlos an die neuen DSLR‘s passen.

Nikons AI- bzw. AI-S-Objektive (so lauten die konkreten Bezeichnungen) sind äußerst wertige Optiken mit butterweich gängigem Fokus und satt einrastender Blende. 

Die e-Serie hingegen würde man heute als Kit-Objektive bezeichnen und sind nicht so wertig aufgebaut wie die vorgenannten, auch in der Abbildungsleistung kommen Objektive der E-Serie nicht an die AI AI-S oder AF Modellreihen heran. Ein häufiger Vertreter dieser Baureihe ist das 50mm f1,8, das an vielen analogen Kameras als Set verkauf wurde.

Grundsätzlich lassen sich die alten Nikkore in 3 Baureihen grob unterteilen.

Die ersten waren da die non AI Objektive ohne Blendenübertragung direkt am Bajonett. Um dem kamera-internen Belichtungsmesser mitzuteilen, welche Blende gerade vorne eingestellt ist bedarf es den „Hasenohren“. Hierzu diente nämlich der obligatorische Blendenmitnehmer, die sogenannten Hasenohren, welche sich später auch noch an vielen moderneren Nikkor-Objektiven wieder finden (obwohl sie an moderneren analogen Nikon-SLR-Kameras gar nicht mehr nötig sind).Diese ganz alten Nikkore erkennt man daran, dass sie keine zusätzliche „Mini-Blendenreihe“ dicht am Bajonett aufgedruckt haben und dass sie keine Aussparung am Bajonett besitzen. Achtung, diese ganz alten Non-AI-Objektive lassen sich nicht an allen Nikon Digitalkameras nutzen .

Nikon Ai-S-Objektive  wurden zuerst als Ai-Objektive aber mit der zusätzlichen Möglichkeit, die Blende auch durch die Kamera steuern zu können, so wie bei allen modernen „digitalen“ Objektiven. Sie sind an einer zusätzlichen Kerbe an der Bajonett-Rückseite zu erkennen. Diese Blendensteuerung durch die Kamera wurde damals wegen der neuen „Programmautomatik“ nötig.

AF – Autofocus. Die AF-Nikkore wurden 1986 mit der Nikon F-501 eingeführt (1986-heute). Der Fokussiermechanismus wird durch einen Elektromotor im Gehäuse der Kamera angetrieben, der über eine mechanische Kupplung, ähnlich einem Schlitzschraubendreher, mit dem Objektiv verbunden ist. Die Profikamera dieser Generation war die F4. Bis 1988 hatten die AF-Objektive einen recht schmalen Fokussierring. Die Modelle danach tragen zur Unterscheidung die Zusatzbezeichnung N. Bei digitalen Kameragehäusen, die am F-Bajonett über keinen mechanischen Antrieb für die Autofokus-Steuerung verfügen, können die AF-Objektive nur manuell scharfgestellt werden. Das betrifft zum Beispiel einige preiswerte Kameras (D40, D40X, D60, D3000-Reihe und D5000-Reihe), die für die AF-Funktion auf Objektive mit Fokusmotor (AF-I oder AF-S) angewiesen sind.

Seitdem ich mein altes Nikkor 24mm f2,8 an der D90 und später auch an der D800 ausprobiert habe und auch mit den „Modernen“ Plastik-Hochleistungsobjektiven aus dem Hause Nikon vergleichen konnte steht für mich fest , eine ganze Reihe an „Alten“ Nikkor Objektiven stehen den neuzeitlichen Plasikbombern in nichts nach . Schärfe und Farben der Plastikfraktion sind vielleicht messbar ein paar Stellen nach dem Komma besser, als die solide gebauten Altgläser , rechtfertigen aber keinesfalls den extremen Preisunterschied.

Dem Fotografen , welcher noch mit analogen Kameras gearbeitet hat, fällt der Umstieg ohnehin nicht schwer. Neueinsteigern in die analoge Objektivwelt hingegen müssen einfach folgende , sich oftmals positiv auswirkende Dinge beachten.

Bei den rein manuellen Nikkoren (AI , AI-S und E ) muss natürlich manuell fokusiert werden , was jedoch kein Nachteil darstellen muss. Die AF Nikkore nehmen einem diese Arbeit zwar ab , arbeiten aber insgesamt etwas langsammer als bei den neusten Ojektivgenerationen.

Einen Tipp für ausgesprochene Liebhaber des manuellen Fokusierens , für eine ganze Reihe an Nikon DSLR‘s gibt es im Fachhandel (z.B. https://www.focusingscreen.com/index.php?cPath=22_130&osCsid=56e583437c00da6eea7db49e31c5c44c ) Mattscheiben mit einem Schnittbildindikator , welcher das manuelle fokusieren erheblich vereinfacht.

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