Im Reich der wilden Tiere

Ab und zu braucht man einmal Tapetenwechsel, also raus aus dem Studio und rein in die Wildnis , pardon , Tierpark. Im wunderschön gelegenen Tierpark in Weilburg an der Lahn. Der Tierpark, dessen Geschichte bis in das 16. Jahrhundert zurückgeht liegt malerisch am Rande der Kleinstadt  und bietet in allen Jahreszeiten aufregende Fotomotive.

Gerade jetzt im Februar , mit dem diffusen , geheimnisvollen Licht ist eine besonders schöne Zeit die dortigen „Raubtiere“ abzulichten. Kein Laub hindert die Sicht und der einzigartige Baumbestand mit den jahrhunderte alten Eichen erzeugen eine einmalige und passende Stimmung.

Die D800 und das 70-200er  f2,8 reichen völlig aus um die erstaunlich aktiven Tiere auf kurze und mittlere Distanz zu fotografieren.  Im Wolfsgehege macht sich die Lichtstimmung aus fotografisch – technischer Sicht zunächst etwas negativ bemerkbar, Offenblende und ISO 320 bis 400  gestatten dennoch genau den gewünschten Effekt . Präzise gesetzter Fokus und unscharfer grauer mystischer Hintergrund garantieren sehr eindringliche Bildergebnisse, insbesondere hier im bewaldeten Wolfsgehege. Vom gesamten Rudel waren an dem Tag lediglich 2 Exemplare „unterwegs“ und durchstreiften aufmerksam das Unterholz in immer gleichen Pfaden. Für den Fotografen ideal , konnte man doch an ein und derselben Stelle die unterschiedlichsten Aufnahmen machen. Bis auf wenige Meter streiften die grauen Gesellen am engmaschigen Zaun vorbei, ohne auch nur ein Anzeichen von Scheuheit oder gar Ängstlichkeit . Schade das diese freiheitsliebenden Tiere hier in solch einem für Wölfe doch recht kleinen Gehege einer gewissen Monotonie verfallen. 

Bei den Bären , genauer gesagt den Braunbären war ich etwas verdutzt diese überhaupt zu Gesicht zu bekommen, sollten die nicht noch abgemagert im Winterschlaf liegen ? Vermutlich durch ausreichende Fütterung waren die beiden Exemplare putzmunter und mehr oder weniger kugelrund  im weiträumigen Gehege unterwegs. Ein Preis der Gefangenschaft ? Von Monotonie oder apartischem Körperverhalten jedenfalls keine Spur. Die muskulösen Burschen durchstreiften mit einem an allem und jedem interessierten Verhalten und geradezu spielerisch das weiträumige Gehege und waren zeitweise nur 1 bis 2 Meter vom „schützenden“ Drahtzaun entfernt. Vermutlich hätte ich ich hier auch mit dem 80mm 1,4er noch sehr gute „Nahaufnahmen“ machen können, zumal hier die Lichtverhältnisse deutlich besser waren als im bewaldeten Wolfsgehege. 

Ein typisches Zoo- und Tierparkproblem beim fotografieren sind die Zäune oder vergriffene Glasscheiben welche den Schutz in beide Richtungen sicherstellen . Gerade wenn man wie ich, gerne auf „Augenhöhe“ die Tiere fotografiert gibt es stets zwei Problemsituationen beim fotografieren durch den Zaun. Zum einen sind die einzelnen Zaunmaschen  bei einem gewissen Abstand auf den Bildern mehr oder weniger deutlich zu erkennen und müssen dann aufwendig wegretuschiert werden, oder zum anderen wird man in seiner Bewegungsfreiheit (beim fokusieren und zoomen) deutlich eingeschränkt wenn man ganz dicht am Zaun fotografiert.  Ich habe mich bewusst für beide Varianten entschieden, um beim nächsten Besuch besser entscheiden zu können .  Vermutlich ist die Variante mit dem direkten fotografieren am Zaun die einfachere, gerade offenblendig kann man durchaus die dann als leichte Rauchwolke sichtbaren Zaunmaschen entweder akzeptieren oder durch Vignettierung abmildern.

Alles in allem ein lohnendes Ausflugziel , insbesondere für die Fotografen unter uns….

Prev Portraitarbeit mit Freulein Fröschlein
Next Ohne Farbe

Leave a comment

Bitte beachte das Urheberrecht ! Meine Fotos sind grundsätzlich urheberrechtlich geschützte Werke, eine unautorisierte Nutzung ist untersagt !