Sony alpha 6XXX besser mit alten Gläsern ?




Die Sony alpha 6XXX besser mit alten Gläsern ?

An meinen Nikon DSLR nutze ich ja sehr gerne hochwertige , manuelle Gläser aus der analogen Fotowelt der 70er und 80er Jahre. Insbesondere wegen den charackeristischen und harmonischen Farbabbildung, aber auch wegen der tadellosen Schärfeleistung. Doch wie schlagen sich diese „Alt-Gläser“ an der spiegellosen Sony alpha 6300 ? Sind sie tatsächlich eine Alternative zu den hochtechnisierten elektronischen Standardobjektiven der Kamerahersteller ?

Die kleine Sony wird hier fast ausnahmslos als  Reisebegleiterin für Landschafts- u. Tierfotografie zum Einsatz kommen, wobei ich jedoch nicht auf den gewohnten „Look“ der antiquarischen Objektive verzichten möchte. Ich habe die kleine Sony mit dem populären Kit-Objektiv 16-55mm von Sony erworben , einzig um die ein oder andere Automatikfunktion der Kamera nutzen zu können bzw. für schnelle Schnappschüsse unterwegs. Dieses Objektiv produziert durchschnittliche Aufnahmen mit dem technisierten Look neuster Objektivtechnik. Nämlich einigermaßen scharfen Kanten und harte , fast unnatürlich wirkenden Farben und Kit-Typisch mit durchwachsener Leistung.  

Vergleichen möchte ich das 16-55 Sony Kit Objektiv heute einmal mit einer Reihe analoger 50mm Objektive aus dem analogen Fundus.:Es ist ein einfacher subjektiver Vergleich unter realistischen und nachvollziehbaren Bedingungen., keinesfalls ein Test unter „Laborbedingungen“ .

Vergleichen möchte ich heute:

  1. 50mm f 1,8 Pancolar von Carl Zeiss
  2. 50mm f 1,4 Takumar von Asahi (Pentax)
  3. 50mm f 1,7 Rokkor von Minolta
  4. 50mm f1,4 D von Nikkor
  5. 50mm f 1,8 Serie E von Nikon
  6. dem 16-55 mm Sony Kit Objektiv
 

Das Pancolar 1,8 von Zeiss

Das Pancolar ziegt an meinen DSLR hervorragende Abbildungsleistung , knackige Schärfe und kräftige harmonische Farben. An der Sony Alpha gab es keine Überraschung, auch hier zeigt das Pancolar sehr scharfe Kanten und die gewohnten kräftigen weichen Farben , einschließlich einem schönen kräftigen Schwarzfarbton . In Verbindung mit dem soliden mechanischen Aufbau ist diese Konstellation eine empfehlenswerte Alternative.

Das Takumar 1,4 von Asahi 

einer meiner kleinen Lieblinge , das (strahlende) Takumar, in den 80er Jahren der Inbegriff für knackscharfe Fotos (Tak-Sharp)  leistet z.B. an meinen analogen und auch digitalen Spiegelrefexkameras eine tadellose Schärfenleistung und steht dem 1,8er G oder 1,4er G aus dem Hause Nikon in nichts nach, wenngleich auch die Farbwiedergarbe etwas flauer erscheint als an dem Pancolar, aber wirklich nur minimal.

Das Minolta Rokkor 1,7 

die große Überraschung in meinem 50er Vergleich ! Als „Erbstück“ mit Kamera erhalten fristete das Rokkor bislang eher ein Schattendasein im Objektivfundus. An den Digitalen DSLRs hat mir die Abbildeleistung nie so recht zugesagt , die Schärfe war an den hochauflösenden dikitalen Kameras wie der D800 einfach nicht knackig , was vielleicht auch am K&F Adapter lag . Doch an der Sony alpha schaut das alles ganz anders aus, damit hätte ich nicht gerechnet. Es ist zweifelsfrei der schärfste Kandidat und liefert auch die knackigsten Farben. Kräftig und messerscharf… ein „Glücksgriff“ wie ich heute weiß. Die alten Rokkore werden in der E-Bucht z.T. unter 30 Euro gehandelt und sind somit rundum eine absolute Empfehlung. Ausschnitte meiner Testaufnahmen zeigen eindrucksvoll die massiven Unterschiede zwischen dem Sony Kit-Objektiv und dem guten alten Rokkor. 

Das Nikkor 1,4 D

das einzige AF Objektiv in meinem Vergleich  (außer dem Kit-Objektiv) , allerdings an der alpha nur manuell zu betreiben., was aber keineswegs ein Nachteil sein soll. An der digitalen DSLR verwende ich diesen lichtstarken „Klassiker“ gerne für blitzfreie Innenaufnahmen und bin dort mit der Leistung hinsichtlich der Schärfe und Farbwiedergabe immer zufrieden , solide und wenn es erforderlich ist auch mit Autofokus.  An der Sony alpha bestätigt sich dieser Eindruck, wenngleich das Rokkor hier dem lichtstärkeren Pendant aus dem Hause Nikkor überlegen ist.Schärfe und Farben überzeugen und bewegen sich im oberen Mittelfeld. Die Leistung ist insgesamt immer noch deutlich höher als bei dem Kit Objektiv, allerdings wird es nicht zum 50mm  Favoriten an der Sony alpha werden.

Das Nikon 50mm E Series 

Ja, das 50er E ist mein allererstes Objektiv an meiner allerersten Spiegelreflex aus dem Jahr 1981  , Und wen wundert es , es war damals ein „Kit-Objektiv“ und wurde zusammen mit der Nikon FG ausgeliefert. Entsprechend ist natürlich auch die Leistung einzureihen, .es ist in etwa mit dem heutigen Sony Kit Objektiv vergleichbar, was die reine Abbildungsleistung betrifft. Und so wird es nach diesem Vergleich auch wieder dort anzutreffen sein wo es die vergangenen 15 Jahre befand, an der guten alten FG im fotografischen Erinnerungsschrank .

Fazit:

Wenn es auf meinen Reisen wirklich auf das Gewicht ankommt und ich ein 50mm Objektiv dabei haben möchte, werde ich mich für das Takumar entscheiden , dem kleinsten und leichten Schärfewunde aus Japan. Für alle anderen Situationen wo ein 50er an der alpha gefragt ist, wird das Minolta Rokkor ganz sicher die erste Wahl sein. Dieses Altglas ist ein Geheimtip und ich bin sicher das sich in nächster Zeit auch noch das 1,4er Rokkor zu dem 1,8er dazugesellt.

Links: Sony Kit Rechts : Zeiss Pancolar

Links: Sony-Kit Rechts: Takumar (Pentax)

Links : Sony Kit Rechts: Minolta Rokkor

Links: Sony Kit Rechts: Nikkor 1,4

Links: Sony Kit Rechts Nikon 1,8 E-Series

Alle Vergleichsaufnahmen wurden mit ISO100 Blende 5,6  1/250s  im Studio unter gleichen Bedingungen angefertigt.

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